Drei Gründe, warum Urban Farming die Zukunft der Ernährung in Städten mitbestimmen wird

Mit dem stetigen Anwachsen der Weltbevölkerung nimmt auch der Anteil der Menschen zu, die Hunger leiden, unabhängig davon ob nun in ländlichen Gebieten oder in Städten, die Menschen haben überall Hunger. Laut einem Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums ist es sogar so, dass eine signifikante Zunahme der Zahl der Menschen zu verzeichnen ist, die um ihre Existenz kämpfen müssen und deren Zugang zu Lebensmittelgeschäften, Supermärkten oder anderen Quellen gesunden Essens eingeschränkt ist.

Seit dem die globale Erwärmung allgemein ins Bewßtsein gerückt ist, erscheint es zunehmend auch als Notwendigkeit, sich einem umweltfreundlichen Lebenstil zuzuwenden. Die wachsende Bewegung, die Landwirtschaft in den städtischen Raum zurückzuholen, ist ein sinnvoller Schritt in Richtung eines nachhaltigen Lebens.

Die Wichtigkeit von Urban Farming

Urban Farming - Ohne Boden
Urban Farming – Ohne Boden

Mit der Bezeichnung Urbane Landwirtschaft oder allgemeiner dem Gartenbau im städtischen Raum, ist der Anbau von Pflanzen bzw. die Aufzucht von Nutztieren mit dem Ziel der Nahrungsmittelproduktion in einer Stadt oder städtischen Region gemeint. Der Begriff kann auch die Verarbeitung und das  anschließende Verteilen daraus entstandener Nahrungsmittel und Erzeugnisses in der ganzen Stadt miteinschließen. Wir reden im folgenden allgemein von Urban Farming.

Durch die technologische Weiterentwicklung ist es heute bereits möglich, verschiedene Gemüse kommerziell an Orten zu produzieren, an denen es bisher schwierig oder fast unmöglich war kostendeckend Gartenbau in der Stadt zu betreiben. Städtische Bauernhöfe können dabei entweder traditionelle kleine Gemeinschaftsgärten im Freien oder moderne auch hochmoderne Farmen oder Gewächshaus artige Installationen sein – diese sind auch unter dem Begriff  Vertical Farming bzw. Hydro- oder Aquaponic Farm bekannt. Diese Hightech Farmen können  auf verschiedene Art entworfen werden, die meisten jedoch bilden Reihen von Pflanzgestellen, die in nährstoffreichen Böden oder einem Substrat mit entsprechender Wasser- und Luftzufuhr installiert sind. Dies kann ggf. auch übereinander installiert, sein. Daher auch der Name Vertical Farming.

Das Licht

Das PAR Lichtspektrum in einer Urban Farming installation ist optimal für die Pflanzen
Das PAR Lichtspektrum in einer Urban Farming installation ist optimal für die Pflanzen

Da beim Urban Farming  in der Regel künstliches Licht Verwendung findet und dieses ggf. enorme Mengen an Energie verbraucht, müssen sich Anbieter von Urban Farming Systemen sich optimierte Lichtkonzepte erarbeiten, um den Pflanzen möglichst genau die benötigte Lichtmenge der photo-synthetisch aktiven Strahlung (PAR) zuzuführen. Normalerweise reicht PAR in einem Wellenbereich von 400 bis 700 nm Licht. In Abhängigkeit von der Wachstumsphase ist es für den optimalen Wuchs, den Ertrag an Biomasse und dem Nährwert entscheidend diese PAR in der richtigen Menge und mit dem optimalen Spektrum zu versorgen. Auf diese Weise können Lichtbedingungen geschaffen werden, die einzigartig und sich optimal für den Geschmack des Gemüses auswirken. Unvorhergesehene Wetterbedingungen gibt es beim Urban Farming dadurch nicht.

Soziale Aspekte

Das Resource Centre for Urban Agriculture & Agriculture (RUAF) hat die Bedeutung der städtischen Landwirtschaft, dem Urban Farming,  insbesondere in von Armut betroffenen Gebieten zusammen mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Experten untersucht, um die Gemeinden auch über soziale Vorteile der städtischen Landwirtschaft aufzuklären.

Vom einfachen Gemeinschafts-Gemüsegarten bis hin zur Versorgung mit speziellen diätischen Nahrungsmitteln für die Verbraucher in der nächsten Umgebung, Urban Farming kann die Lösung sein. Mit Hilfe  intelligenter Technologie und wegen des geringen Platzbedarfs, kann Urban Farming im Prinzip überall eingesetzt werden. Im Metropolen und in Gegenden, in denen ausreichende landwirtschaftliche Nutzfläche ein Luxus ist, kann Urban Farming ein Segen sein. Das ist genau das, was wir bei Farmlyplace in den Vordergrund stellen – nämlich die Landwirtschaft mit kleinem Fußabdruck im wahrsten Sinne wieder zurück in die Stadt zu holen.

Real existierende Beispiele

Es gibt einige unglaubliche Beispiele für urbane Landwirtschaft in Teilen von Europa und Asien. Am Prinzessinnengarten in Kreuzberg, nahe der Berliner Mauer, befindet sich ein städtischer Bauernhof. Dort baut man eine breite Palette von Gemüsen und Obst in ausgedienten Reissäcken, recycelten TetraPacks und Plastikkisten an.

Ein weiterer erfolgreicher Fall von Urban Farming kann bei Sky Greens in Singapur besichtigt werden, es ist im Prinzip wie ein Wolkenkratzer für Pflanzen. Da Singapur zu den am dichtesten besiedelten Orten der Welt gehört, steht naturgemäß wenig Platz zur Verfügung, schon garnicht für die Landwirtschaft. Sky Greens ging dieses Problem an, indem sie Gemüse auf einer hohen, schmalen Rahmenstruktur installiert haben. Die Pflanzen drehen sich langsam, sodass jede Pflanzkiste  immer ausreichend Sonneneinstrahlung bekommt.

Man kann darüber hinaus mit Urban Farming Technik auch viel mehr als nur Obst und Gemüse anbauen. Zum Beispiel hat sich Urban Organics auf den Anbau von drei Sorten Grünkohl, zwei Sorten Mangold, italienische Petersilie und Koriander spezialisiert. Dabei nutzt Urban Organics auch das Wasser, was zum Aufziehen von Atlantiklachs in einem geschlossenen Kreislauf genutzt wird. Diese Technik nennt sich dann Aquaponics. Nährstoffe die bei der Fischzucht anfallen, werden zur Düngung der Pflanzen genutzt nachdem es gefiltert und gereinigt wurde und in die Pflanzgefäße gelangt.

Urban Organics produziert seit seiner Eröffnung im Jahr 2014 Lebensmittel für Menschen in den „Food deserts“  der Twin Cities. Die Zeitung The Guardian listete Urban Organics als eine der zehn innovativsten auf städtische Landwirtschaftsprojekte in der Welt.

Nachdem wir uns gerade mit der städtischen Landwirtschaft etwas vertraut gemacht haben, werfen wir jetzt einen Blick auf die Vorteile von Urban Farming oder eben der städtischen Landwirtschaft.

Die Vorteile von Urban Farming

1. Verbesserter Zugang zu Nahrungsmitteln

Wir alle kennen die gesundheitlichen Vorteile von Bio-Produkten, aber leider können sich nicht alle Familien auch Bio-Lebensmittel leisten. Vereinfacht ausgedrückt, mangelt es ihnen an Zugang zu gesunder Nahrung.

Ernährungssicherheit befasst sich mit dem Zugang zu ausreichenden Mengen an nachhaltigen Lebensmitteln für dich und deine Familie. Dies ist ein ernstes Problem für viele Familien auf der ganzen Welt. Urban Farming kann hier  praktikable Ansätze und schlüsselfertige Lösungen für dieses Problem liefern.

Die eigenen Lebensmittel und Kräuter anzubauen und die eigene Ernte einzufahren kann ein Weg sein, bei der Versorgung auch von Bedürftigen zu helfen. Nicht entwickelte oder verwaiste Flächen können die Basis sein, um unbebautes Land nutzbar zu machen und den Bedürftigen im städtischen Raum auch dabei zu helfen, etwas Geld zu verdienen und einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Tatsächlich wäre es auch Möglich Stadtbauern ihre Ernte gegen Coupons oder Token einzutauschen um soziale Leistungen zu beziehen.

2. Förderung von Nachbarschaft

Leute aus der Nachbarschaft, Familie, Freunde oder manchmal sogar Fremde, arbeiten zusammen

Nach einer Studie der University of Pennsylvania, sind Gebiete, auf denen städtische Gärten entstehen, nicht nur ästhetisch aufgewertet, sondern haben auch eine reduzierte Kriminalitätsrate.

Darüber hinaus neigen kommunale Stadtgärten laut Vox.com dazu, soziale Netzwerke zu fördern und die Bindungen der lokalen Bevölkerung in den Ortschaften positiv zu beeinflussen.

Urban Farming ist auch ein interessanter Weg, um Menschen überhaupt zusammenzubringen und bei ihnen ein Gefühl dafür zu entwickeln wie Gemeinschaft unter isolierten Bevölkerungsgruppen funktionieren kann. Zum Beispiel, wenn die Leute  aus der Nachbarschaft, Familie, Freunde oder manchmal sogar Fremde, zusammen arbeiten, um die Pflanzen in einem Gemeinschaftsgarten am Leben zu erhalten, entwickelt es ein Gefühl von Zugehörigkeit in der Gemeinschaft.

3. Effiziente Landnutzung

Mit anwachsender Bevölkerung und massiver Verstädterung, nimmt auch die verfügbare Menge an landwirtschaftlich nutzbarer Fläche jeden Tag ab. Urban farming ist hier auch wieder ein erfolgversprechender  Ansatz die effiziente Nutzung der wenigen verfügbaren Flächen für die Nahrungsproduktion zu ermöglichen. Zum Beispiel nehmen Dachgärten nicht nur wenig Nutzfläche in Anspruch, sie bringen sogar einen Mehrwert für den Eigentümer oder Investor, der auf diese Weise lokal produzierte, frische  Produkte in der Nachbarschaft zur Verfügung stellt. Darüber hinaus ist dies eine nachhaltige Art, den sonst ungenutzten Raum zu verwerten. Urban farming kann im Prinzip überall betrieben werden, auch im Innenbereich.

Die Zukunft der Landwirtschaft: Urban Farming

Auf den ersten Blick scheinen Urban Farming Initiativen in kleinen Gemeinden kaum eine Rolle zu spielen und erscheinen ohne jede größere Auswirkung. Wenn wir jedoch Urban Farming in jeder größeren Stadt weltweit betreiben würden, hätte laut einem Report der Arizona State University diese Urban Farming Industrie einen Output von 180 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr. Dies ist eine erstaunliche  Menge und entspricht in etwa 10% der gegenwärtigen landwirtschaftlichen Produktion der Erde.

Darüber hinaus erziehlt Urban Farming auch Vorteile durch verringerten Abfluss von Regenwasser, beim Wärmeinseleffekt, bei der Schädlingsbekämpfung und durch Synergien auch bei den Energiekosten. Potenziell belaufen sich diese städtischen Effekte in den USA jedes Jahr auf 160 Milliarden US-Dollar.

Bei so vielen positiven Ergebnissen in der Forschung ist es eben sinnvoll, wenn Wissenschaftler und Stadtentwickler die urbane Landwirtschaft unterstützen und die Menschen für die großen globalen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Fragen sensibilisieren.

Zusammenfassung

Um den CO2-Fußabdruck der allgemeinen landwirtschaftlichen Massenproduktion und -verteilung in der städtischen Landwirtschaft zu vermeiden ist Urban Farming eine sichere Bank. Urban Farming player weltweit versuchen schon heute lokal produziertes und nahrhaftes Essen erschwinglich und für jedermann zugänglich zu machen.

In den letzten Jahren sind nicht nur die Verbraucher dahingehend bewusster geworden, was die Herkunft ihrer Lebensmittel betrifft, sondern auch hinsichtlich der  Auswirkungen auf Nachhaltigkeit und die Umwelt generell. Bei Farmlyplace stellen wir frisches Gemüse in geschlossenen Urban Farming Systemen her, die im Prinip überall im städtischen raum installiert werdenn können – das kann ein ungenutzter Parkplatz oder raum sein oder aber das Dach eines Gebäudes. Solange der langwierige Transport von frishenm Gemüse, mit entsprechend komplexer Kühl- und Lagerlogistik nicht abgelöst wird, bleibt es noch bei dem ungeheuren CO2-Fußabdruck unserer Ernährung. Farmlyplace ist diesbezüglich ein gutes Beispiel, wie wir zukünftig eine nachhaltige Lebensmittelproduktion in Städten erreichen können.

Mit dem freundlichen und kompetenten Service von Farmlyplace sorgen wir für frische Blattgemüse, Salate und Kräuter als hochwertige, gesunde Produkte, die ohne CO2-Fußabdruck und ohne Gentechnik produziert werden. Werden Sie also Teil einer Bewegung die sich entschieden hat, nachhaltig zu Leben und die auf Farmlyplace setzt. Weitere Informationen zum Thema „Gesundes Leben“ erhalten Sie hier …Besuchen Sie uns hier.

Besuchen Sie auch unsere Veranstaltungsreihe Food in the City in Berlin:

Weiterführende Informationen: Gesundheit und Ernährung

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